Bettler in der S-Bahn

Ein Akkordeon erklingt. Langsam bewegt es sich auf mich zu. Ich sitze
in der U-Bahn und zwei Frauen betteln um Geld während die dritte auf
einem Akkordeon spielt. Bettler oder Roma -Banden werden sie in den
Boulevartzeitungen genannt. Angeblich werden sie von Banden nach
Deutschland gebracht um bei uns zu betteln. Andere Zeitungen
schreiben, dass es sich um Flüchtlinge handelt, sie vor Armut oder
Diskriminierung nach Bayern geflohen sind. Aber alle sind sich einig,
dass es sich um Roma handelte. Ich weiß nicht wer die drei sind oder
woher sie kommen. Einmal versuchte ich, mit einer zu sprechen, die
vorgab für ein Kinderheim zu sammeln. Vielleicht verstand sie mich
nicht, jedenfalls ging sie bald weiter.

Natürlich ist es verboten, in öffentlichen Verkehrsmitteln zu
betteln. Ich habe auch schon gesehen, wie ein Akkordeonspieler von der
Sbahn-Wache aus der S-Bahn geführt wurde. Allerdings kann man den
Bettelnden keinen Vorwurf machen: Hungernde gehen betteln, mögen sie
auch stolz und rechtschaffen sein.

Dennoch, jedem Bürger der EU stehen in Bayern Sozialleistungen zu, die
ihm ein ordentliches Auskommen sichern. Es ist wenig, aber es muss
niemand verhungern. Vielleicht wissen viele davon nicht, oder können
die komplizierten Anträge nicht selber ausfüllen, jedenfalls gehen sie
betteln. Vielleicht reicht das Geld auch einfach nicht.

Später, ich steige von der U-Bahn in die S-Bahn um und war noch keine
5 Minuten gefahren, da höre ich schon das nächste Akkordeon. Diesmal
ist es eine ca. 30 Jährige Frau mit einem ca. 7 jährigem Mädchen. Das
Mädchen tritt zu jedem Fahrgast, der auf der Durchgangsseite sitzt
einzeln heran, berührt diesen am Arm, schaut ihm oder ihr in die Augen
und klimpert mit einem Becher gefüllt mit ein paar Münzen. Die Frau
geht hinterher und spielt Akkordeon. Neben mir sitzt eine Frau in
Mvg-Uniform. Das Schild, welches an ihre Brust geheftet ist, gibt sie
als Trambahnfahrerin aus. Als das Mädchen und die Akkordeonspielerin
auf meiner Höhe sind, fängt die Trambahnfahrerin das Gestikulieren an:
Sie deutet an, dass Betteln und Akkordeonspielen in der Sbahn verboten
ist. Das Akkordeon verstummt sofort und das Mädchen hört mit dem
Betteln auf. Mir war schon öfter aufgefallen, dass auch immer mal
Kinder beim Betteln unterwegs waren. Häufig auch zu Tageszeiten, wo
sie in die Schule gehören.

Spätestens hier ist Schluss. Kein Kind in Europa darf zum Betteln
geschickt werden. Denn Betteln ist meist eine Sackgasse. Egal welchen
Beruf man erlernt, auf welche Schule man geht, man kann immer weiter
machen und besser werden. Eine Küchenhilfe kann zum Koch werden, ein
Sachbearbeiter zum Abteilungsleiter. Betteln bringt selten jemanden
voran. Kinder die Betteln lernen dabei nichts und werden danach wenig
Chancen haben, sich weiter zu entwickeln, etwas anderes zu lernen.

Unserer Staat muss an dieser Stelle eingreifen und sich um die
Ausbildung dieser Kinder kümmern. Unserer Gesellschaft darf bettelnde
Kinder nicht mit Geld unterstützen, denn das signalisiert das Falsche,
nämlich das Betteln zu einem Auskommen führt. Die Mvg darf bettelnde Kinder
nicht in ihren Fahrzeugen dulden.

Aber auch für die Erwachsenen müssen die sozialen Einrichtungen besser
nutzbar gemacht werden, vielleicht sollte es ein Sozialamt für ganz
Europa geben, das jedem EU-Bürger in Europa Sozialleistungen auszahlt.
Dadurch gäbe es innerhalb Europas keine Armutsflüchtlinge mehr;
Niemand müsste mehr nach Bayern zum Betteln kommen.

Allgemein

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